Kommt die Winter-WM in Katar?

Die Fußball WM 2022 geht an Katar. Das wurde am 3. Dezember in Zürich entschieden. Am gleichen Tag gab das FIFA Exekutivkomitee die Entscheidung bekannt, dass die WM 2018 in Russland augetragen wird. Glückwunsch an beide Länder!

Dennoch wurde nach der Verkündigung der Abstimmungsergebnisse Kritik laut. Nur wenige Deutsche können sich eine WM im Wüstenstaat Katar vorstellen, vor allem aufgrund der hohen Temperaturen im Sommer.

In diesen Tenor reihen sich nun auch einige aktive Nationalspieler des DFB ein. Allen voran Thomas Müller, der, wenn er weiterhin an seine guten Leistungen der WM 2010 anknüpft, auch in Katar sicher noch eine Rolle spielen wird. Derzeit befindet sich Müller mit seinen Teamkollegen vom FC Bayern München in Katar und bereitet sich auf die Bundesliga-Rückrunde vor. Jetzt im Winter hat er hier angenehme Temperaturen bei 20-25°C. Im Sommer können diese allerdings auf über 45°C ansteigen. Aus diesem Grund plädiert Müller für die Verlegung der WM auf die Wintermonate: „Im Sommer bei diesen Temperaturen zu spielen, ist absolut grenzwertig“, begründet er seinen Wunsch.

Mitspieler Philipp Lahm pflichtet ihm bei: „Ich bin froh, dass ich dann als Aktiver nicht mehr spielen muss. Im Sommer bei über 40 Grad macht das nicht wirklich Spaß und ist nicht vorstellbar.“ Er könne sich noch gut an ein Testspiel im Juni 2009 in Dubai erinnern. Selbst am späten Abend hätte es noch mehr als 40°C gehabt, dazu käme eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit. „Das war sehr, sehr anstrengend und der Wahnsinn“, so Lahm.

Utopisch ist diese Lösung keinesfalls. Denn selbst FIFA-Exekutiv (Noch-)Mitglied Franz Beckenbauer und FIFA-Präsident Sepp Blatter stehen einer Winter-WM offen gegenüber: „Ich unterstütze definitiv die Pläne, hier im Winter zu spielen. Es sollte bei angemessenen Temperaturen gespielt werden, dabei denke ich vor allem an die Fußballer.“ Das Emirat Katar sah eine Verlegung der Fußball Weltmeisterschaft in ihrer Bewerbung jedoch nicht vor. Als Lösung schlug das Organisationskomitee aus Katar vor, die Stadien mit Klimaanlagen auf angenehme Temperaturen herunterkühlen zu wollen. Blatter jedoch glaubt daran, dass man in elfeinhalb Jahren durchaus die nötigen Schritte für die Organisation einer Winter-WM regeln und umsetzen könnte. Konkret geht es dabei vor allem um die Anpassung der internationalen Spielpläne.

Bundestrainer Löw dagegen ist gegen die Änderung des vierjährigen WM-Turnus. Er will eine WM im Sommer und begründet das mit der Verpflichtung gegenüber den Fußballfans: „Wenn 2022 die WM im Winter stattfindet, dann wird kein Fan bei minus fünf Grad auf der Straße sein. Bei der WM 2006, bei der EM 2008 oder WM 2010 waren Millionen von Menschen auf den Straßen. Was hier passierte, war unglaublich. Das sind Emotionen, die im Fußball dazugehören.“

Auch wir finden, dass die WM 2022 nicht verschoben werden sollte. Katar hat sich mit dem Konzept die WM im Sommer austragen zu wollen, beworben und dieses wurde von der Mehrheit der FIFA-Exekutivmitglieder für gut befunden. Warum sollte man jetzt im Nachhinein alles auf den Kopf stellen und die WM verschieben? Man muss auch an die Fans denken, die nicht nach Katar reisen und eine WM bei sommerlichen Temperaturen feiern wollen. In Katar müssen jetzt eben entsprechende Lösungen (Klimatisierung) für die Stadien, Trainingsplätze und Fanzonen umgesetzt werden, genauso wie dies auch geplant war.